“Ich habe sowieso schon wenig Zeit! Wie soll ich da noch Networken?”

Wer kennt das nicht: der Tag ist schon zu gut gefüllt mit „To-dos“ und Verpflichtungen. Wo bleibt neben der der Zeit für mich selbst auch noch Zeit für aktives Networking?

Es ist ein bisschen wie mit Bewegung. Man weiß, man sollte jede Woche etwas Sportliches tun, oder es rächt sich irgendwann.

Sonst stellt man eines Tages fest: Ich kenne professionell außer meinen Kollegen in der Firma kaum jemand. Dann ist es fast schon zu spät. Bäume werden ja auch nicht als große Bäume gepflanzt, sondern wenn sie noch klein sind. Dann wachsen sie. 

Also: Networking-Aktivitäten fest einplanen!

Die Gefahr des vernachlässigten Networkings mit Externen ist besonders groß für Menschen, die schon länger in einer größeren Firma arbeiten. „Wieso, ich habe doch so viele tolle Kollegen, wo ist das Problem?“

Gute Beziehungen unter Kollegen sind wichtig, keine Frage. Doch besonders wichtig an einem guten Netzwerk ist, dass die Kontakte aus möglichst vielen unterschiedlichen Bereichen kommen. Natürlich haben Sie mit Kollegen aus Buchhaltung, Marketing und Entwicklung unterschiedliche Bereiche abgedeckt, doch Sie arbeiten alle bei der gleichen Firma. In manchen Situationen kann es hilfreich sein, sich mit jemanden zu unterhalten, der Probleme von extern betrachten kann, und somit vielleicht auf einen ganz anderen und vielleicht effektiven Lösungsweg stößt. Das heißt, sie brauchen nicht nur ein „tiefes“ Netzwerk, sondern auch ein „breites“. Wie schafft man das? Indem man effizienter wird im Networking!

So funktioniert’s

Erstellen Sie eine Liste deiner Top Kontakte und priorisieren Sie. Das ist wichtig, denn man kann nicht mit jedem gleichviel kommunizieren. Das ist keine Bewertung von Menschen, sondern ein einsortieren in eine Liste nach Reihenfolge der beruflichen Relevanz. Ein persönlicher Freund, mit dem man privat einiges an Zeit verbringt, kann da auch mal eher im unteren Bereich dieser Liste stehen. Das ist kein Widerspruch, sondern pragmatisch.

Machen Sie sich das Networking zur Routine. Eine Möglichkeit ist z.B. morgens oder abends drei kurze, aber knackige, Emails zu schreiben. Das kann man in 10 Minuten erledigen. Picken Sie die Kontakte heraus, mit denen Sie sonst weniger zusammenkommen. Knüpfen Sie an Ereignisse oder Umstände an, die bekannt sind. Vielleicht hat jemand gerade den Job gewechselt, eine höhere Position im Unternehmen erreicht, oder einen interessanten Beitrag geteilt.

Oder es gibt vielleicht etwas Neues bei Ihnen selbst?

Dieses regelmäßige “sich in Erinnerung bringen“ zahlt sich am Ende aus durch ein lebendiges Netzwerk, das im entscheidenden Moment eine große Hilfe sein kann.

Uns ist ja eigentlich bewusst, dass Networking wichtig und wertvoll ist. Neue Erkenntnisse zum Marktgeschehen, Hinweise auf potentielle neue Jobs oder Empfehlungen bekommen Sie von Leuten aus Ihrem Netzwerk. Also sollten wir es pflegen und sogar ausbauen. Aber Achtung: es ist die Qualität, die zählt, nicht die Menge!

Wie oben schon gesagt: bringen Sie Routine in Ihr Networking. So wie man täglich kleine Emails verschicken kann, kann man sich beispielsweise vornehmen jede Woche ein Treffen zu organisieren. “Ich habe sowieso schon wenig Zeit! Wie soll ich da noch Networken?” ist also eine Ausrede. Es ist eben wie mit anderen Dingen, Sport etc.: Organisation und Konsequenz, dann klappt’s auch mit dem Networking.