Geben ist besser als Nehmen, auch im Business-Alltag

Es scheint eine kulturübergreifende Weisheit, die das Zusammenleben von Menschen aller Hintergründe verbindet: Geben ist besser als Nehmen. Besonders im christlichen Kontext ist dieser Leitspruch beliebt, im Business halten ihn jedoch viele Unternehmer für überholt. Wir verraten Ihnen, warum das Motto im Networking lebendig wie eh und je ist und wie auch Sie davon profitieren.

Um zu verstehen, warum Sie beim Networking mit Ihnen noch unbekannten und bereits bekannten Experten und Branchenkollegen geben müssen, bevor etwas zurückkommt, wollen wir uns zuerst das moderne Networking ansehen. Mit congreet treffen Sie auf Events und Meetings stets die Personen, die für Sie wichtig oder interessant sind. Die App übernimmt das Matchmaking und im besten Fall entstehen spannende Unterhaltungen. Sie verknüpfen sich dann weiterführend auf Business- oder sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Twitter – und dann? Hier beginnt der spannende und wichtige Teil: Beziehungen aufbauen und pflegen.

Netzwerke bestehen daraus, dass in teilweise offenen Kreisen Informationen und Wissen ausgetauscht werden. Je mehr Sie die anderen Kontakte wahrnehmen, desto schneller trägt das Networking Früchte. Sie werden beispielsweise eher von guten Kontakten als Speaker eingeladen oder erhalten exklusive Aufträge. Der Experte Adam Grant spricht in seinem TED Talk “Are you a Giver or a Taker” darüber, wie Sie in diesem Prozess die perfekte Balance finden zwischen Geben und Nehmen.

Was können Sie im Networking geben?

Sind Sie ein Geber, Nehmer oder Tauscher? Nicht nur Grant unterscheidet diese drei Interaktionstypen, sie lassen sich auch online beobachten. Geber teilen viele Links, bieten in den Kommentaren Hilfestellung, erhalten Dankesposts in der Timeline für ihre Angebote. Nehmer hingegen fallen vor allem dadurch auf, dass sie etwas suchen. Ein Buch an das sie sich erinnern, ein neues Büro zur Miete, einen Kollegen der sie unterstützt. Tauscher fallen mit beidem nicht auf, da sie Dinge stets direkt im Gegenzug für eine vorhergegangene Sache tun. Sie sind unauffällig,  geben und nehmen jedoch so viel wie die beiden Gruppen einzeln.

Als Fachperson auf Ihrem Gebiet haben Sie viel zu bieten, unterschätzen Sie das nicht. Beispielsweise Tagesaktuelle Infos in Newslettern, Verlinkungen, Einladungen zu Kongressen, Reichweite oder Hilfestellung bei Projekten. Je mehr davon sie in das Netzwerk hinaussenden, desto mehr werden Sie als Experte wahrgenommen. Wenn Kollegen sie um Gefallen bitte, erfüllen Sie diese Anfragen einige Male. Erst dann kann eine Gegenleistung erwartet werden.

Geber-Typen müssen lernen zu nehmen

Wer immer nur gibt, verkauft sich schnell unter Wert. Achten Sie als Geber-Typ darauf, an einer passenden Stelle die Reißleine zu ziehen und höflich aber bestimmt einen Gegengefallen zu erfragen. Sie werden sehen, die viele Vorarbeit im Networking zahlt sich aus. Zwar besagt das Pareto-Prinzip, dass 80 Prozent Geben in diesem Fall nur 20 Prozent Ergebnisse produzieren, doch diese können Sie einfordern. Finden Sie den perfekten Zeitpunkt, zu den Menschen, für die Sie Kleinigkeiten erledigt oder Reichweite generiert haben, Ihnen etwas geben können, das Sie gern hätten.

Beobachten Sie die Nehmer-Kontakte und zwingen Sie sie freundlich zum Tausch. Dieses Vorrecht hat im Networking schließlich nur der Geber. Je mehr Sie geben, desto mehr sanfte Druckmittel haben Sie, um etwas einzufordern. Selbstverständlich ist das aber nicht und oft werden Sie auf Blockaden stoßen. Doch im Großen und Ganzen können Sie lernen, das Geben in
positive Antworten umzuwandeln. Der Nehmer hingegen hat häufig nichts außer einem schlechten Gewissen, weil er keine Gegenleistung erbringt.

Modernes Networking statt reinem Erfolgsstreben

Karrieristen wissen, dass sie durch reines Nehmen nur bis zu einem Punkt kommen, an dem sie alles für ihr Ziel tun müssen. Wer stattdessen von Anfang an vor allem gibt, hat diesen Bruch nicht, an dem er gefallen muss. So funktioniert modernes Networking.