Warum Frauen Netzwerke brauchen

Der Frauenanteil in den Aufsichtsräten deutscher Top-Unternehmen beträgt nur 30 Prozent und weibliche Vorstände gelten immer noch als Exoten. Netzwerken galt bislang als die Spezialität von Männern. Frauen erkennen jedoch zunehmend die Bedeutung von Frauennetzwerken und holen gewaltig auf. Die Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten der Vernetzung. Warum das Frauennetzwerk ein Karriere-Booster sein kann und wie Frauen das Networking optimal für sich nutzen, lesen Sie hier.

Was ist der Unterschied zwischen einem Männer- und Frauennetzwerk?

Frauen haben in Männernetzwerken grundsätzlich schlechtere Chancen. Männliche Netzwerke beruhen auf informellen Seilschaften, die nur Personen fördern, die ihnen selbst ähnlich sind. Klar, dass “alte weiße Männer” bei der Beförderung nicht an junge, aufstrebende Frauen denken. Männer fördern, was sie kennen, nämlich andere Männer. Werden Frauen bisweilen in so ein Netzwerk aufgenommen, nehmen sie in der Regel eine besondere Rolle als Außenseiterin ein. Wenn sie dazu noch als sexuell attraktiv wahrgenommen wird, wird das der Karriere nicht förderlich sein. Es ist also höchste Zeit, dass Frauen ihre eigenen Netzwerke für sich entdecken, sich gegenseitig fördern und zu exzellenten Positionen verhelfen.

Gute Gründe für ein Frauennetzwerk

Die erfolgreichsten Geschäfte kommen durch vertrauensvolle Beziehungen zustande. Erfolgreiches Empfehlungsmarketing funktioniert auch bei Jobs hervorragend. Kein Wunder, dass mindestens die Hälfte der Stellen über persönliche Empfehlungen vergeben werden. Den Traumjob zu ergattern ist aber nicht der einzige Grund, der für ein Frauennetzwerk spricht. Viele Frauen empfinden den beruflichen Austausch sowohl zwischen Gleichgesinnten als auch Fachfremden als besonders wertvoll. Sie erhalten Ideen und Inspiration für ihre Karriere von großartigen Frauen und können gemeinsame Projekte und Kooperationen aus dem Frauennetzwerk heraus initiieren. Beim Netzwerken unter Frauen schwingt die Freude am Austausch mit neuen Menschen mit. Ob in der digitalen Welt oder ganz persönlich: Networking ist nicht nur ein Karrierebooster für Frauen, sondern macht auch noch Spaß. Schließlich geht nicht darum, möglichst viele Visitenkarten zu sammeln, sondern sinnvolle berufliche Beziehungen aufzubauen. Der Erfolg im Job kommt dann fast von selbst.

Frauen im Beruf: Wo bleibt die Solidarität?

Für viele erscheint es unverständlich, warum manche Frauen immer noch Probleme mit Networking haben. Die Sozialforschung beschreibt ein weibliches Phänomen: Die fehlende Solidarität unter Frauen. Frauen, die trotz aller Widrigkeiten den Aufstieg geschafft haben, neigen dazu, ihre Geschlechtsgenossinnen nicht zu unterstützen. Anders als Männer können Frauen schlechter mit Wettbewerbs- und Konkurrenzsituationen umgehen. Warum sollte man die Nachwuchskraft unterstützen, wenn man sich selbst mit dem Erfolg so schwer tat? Auf der anderen Seite sind homogene Frauennetzwerke, die auf einer gemeinsamen “Opfer-Erfahrung” beruhen, nicht von Erfolg gekrönt. Gefragt sind machtvolle Entscheiderinnen, die dem Frauennetzwerk den Nimbus einer kaffeetrinkenden Selbsthilfegruppe nehmen.

6 Tipps für ein erfolgreiches Frauennetzwerk

Vielen Frauen ist unwohl bei dem Gedanken, berufliche Vorteile aus persönlichen Beziehungen zu ziehen. Andere fühlen sich schuldig, von Ranghöheren zu profitieren, ohne sofort selbst etwas Seite: 1 von 2 zurückzugeben oder sind zu schüchtern, um auf andere zuzugehen. Folgende Tipps können zu einem erfolgreichen Networking beitragen:

  1. Immer schön locker bleiben! Wer authentisch und unverkrampft auf andere zugeht, wird schon bald Erfolg beim Networking haben.
  2. Starten Sie aktives Networking bereits am Anfang Ihrer Karriere. Veranstaltungen wie Messen, Seminare und Vorträge gehören genauso dazu wie digitale Netzwerke für Frauen.
  3. Digitale Vernetzung liegt im Trend und ist extrem hilfreich. Wirklich verlässliche Beziehungen entstehen allerdings zwischen realen Menschen im echten Leben. Sorgen Sie für eine gute Balance zwischen Online-Netzwerken und persönlichen Kontakten.
  4. Haben Sie kein schlechtes Gewissen, wenn Sie von Kontakten profitieren. Es wird der Moment kommen, wo auch Sie etwas zurückgeben können.
  5. Zur Beziehungspflege gehört echtes Interesse am Gesprächspartner. Ihr Gegenüber spürt, ob Sie tatsächlich zuhören oder die Aufmerksamkeit nur vorspielen.
  6. Verlassen Sie ein Frauennetzwerk, wenn Sie spüren, dass es über ein Kaffeekränzchen und gemeinsames Jammern nicht hinausgeht.

Inspirierender Austausch, vertrauensvolle Beziehungen und erfolgreiche Job-Empfehlungen machen ein gut funktionierendes Frauennetzwerk aus. Die technische Errungenschaften im digitalen Zeitalter erleichtern das Online-Networking für Frauen. Dennoch sind es immer wieder die persönliche Kontakte zwischen echten Menschen, die zu den wichtigen Entscheidungen für Ihre Karriere führen. Haben Sie Ihr Frauennetzwerk bereits gefunden?

Einige Links zu eingen bekannten Frauennetzwerken: